Bisher habe ich eigentlich fast ausschließlich über die Gefahren des Rauchens bei Erwachsenen berichtet. Da nun aber das Weihnachtsfest, das Fest der Liebe, das Fest der Familie, das Fest der usw. stattfindet. Eine Zeit an der man an andere denkt, ihnen gutes wünscht und gegenseitig Rücksicht nimmt. Grund genug für mich zu betrachten, was den Kindern angetan wird, wenn im Haus oder der Wohnung geraucht wird.
Um eines vorweg zu nehmen: Meine Eltern rauchten in meiner Gegenwart und tun es noch. Es ist ihr Haus und ich kann es ihnen nicht verbieten. Jedenfalls tun sie das, seit ich klein bin. Es ist bei dem heutigen Bewusstsein der schädigenden Wirkungen der Glimmstängel ist es überflüssig dies noch einmal zu bekunden, das tue ich ohnedies bei fast jeden Artikel…
Rauchen und Kinder – das verträgt sich nicht. Warum ‘schafft man sich Kinder an’? Man will Leben schenken und man möchte, dass die Kiddies ein möglichst langes, glückliches und gesundes Leben haben, damit die Familienlinie nicht ausstirbt und vielleicht auch um der eigenen Existenz einen fassbaren Sinn zu geben.
Jetzt ist es leider nicht so, dass wir uns immer in einem transzendentalen Bewusstseinszustand befinden und stetig über so etwas nachdenken. Meist verlangt der Alltag, die Routine all unsere Aufmerksamkeit. Und für Raucher ist Alltag und Routine hin und wieder – nicht bei allen, aber bei einigen – der Grund noch öfter zur Zigarette zu greifen. Denn ich kenne kaum Qualmer, die ganz bewusst rauchen, sich über jede Kippe nach großen Überlegungen anzubrennen und noch dazu den ‘guten Geschmack’ zu genießen… Mal abgesehen davon, dass es nicht schmeckt.
Jedenfalls leiden unter dem vermehrten Konsum die lieben Kinder. Je kleiner die Wohnung, je mehr Schmöker desto dichter der Rauch. Und damit atmen die Kleinen all die ganzen giftigen Stoffe mit ein. Man nennt das Passivrauchen. Man macht die Kinder so selbst zu Abhängigen, zu Süchtigen, auch wenn das gar nicht die Absicht ist.
Jetzt ist eine Studie veröffentlicht worden, nach der dieser Second-Hand-Smoke bei Kindern das Risiko an einer Meningitis (Hirnhautentzündung) durch Meningokokken (die Bakterien) zu erkranken, signifikant vergrößern. Die genauen Prozesse müssen noch näher erforscht werden, aber man vermutet, dass durch die Reizung der Atemwege das Immunsystem geschwächt wird und die Erreger somit leichter angreifen können.
Die WHO schätzt, dass der Tod von 166.000 Heranwachsenden weltweit dem Passivrauchen geschuldet sind, wobei natürlich nicht nur die Meningitis zum Exitus führt. Auch Atemwegserkrankungen, wie Asthma und Lungenkrebs und Herzleiden seien die als häufigsten Todesursachen.
Doch das Passivrauchen kann noch mehr, Stichwort Hyperaktivität oder andere Verhaltensstörungen. Das Helmholtz Zentrum München hat zusammen in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgefunden, dass Kinder, die bis zum Alter von ca. 10 Jahren Tabakrauch ausgesetzt waren, häufiger an Verhaltensauffälligkeiten oder Hyperaktivität leiden.
In der Studie wurden 5991 Kinder aus allen sozialen Schichten untersucht, die von 1995 bis 1998 geboren wurden. Besonders in der Schwangerschaft wirke sich die Exponierung negativ aus. Das Risiko war hierbei um das 1,9fache erhöht. Waren sie dem Qualm ‘nur’ nach der Geburt ausgesetzt, so war die Gefahr einer Störung um das 1,3fache gesteigert. Mussten sie das Nikotin mit all seinen giftige Stoffen im Gepäck sowohl vor als auch nach der Geburt ertragen, traten die Krankheiten doppelt so häufig auf. Es folgen noch weitere Untersuchungen zu dem Thema.
Ich appeliere an das Gewissen der Raucher… Lasst das nicht Eure Kinder ausbaden. Wenn Ihr Euch kaputt machen wollt, bitte. Aber Leben schenken und es dann (unbewusst) sukzessive zu zerstören, ist ein Widerspruch in sich. Denkt mal drüber nach… Was ist so schlimm daran, zum Rauchen nach draußen zu gehen?
Quellen: Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung