Tag: Nikotin

Tag 55, wie entsteht die teuflische Sucht?

Tag 55

Tag 55

“Besiegen Sie den kleinen Teufel in Ihnen und bleiben Sie weiterhin standhaft.”

Ja, ja, der kleine Teufel… Allan Carr bezeichnet ihn als kleine und große Bestie, aber Teufel ist auch gut. Interessante These die Sucht als Teufel zu bezeichnen… Aber wie entstehen Süchte eigentlich und wie kann es passieren, dass sie Kontrolle über uns gewinnen?

Zunächst gibt es ein Initialerlebnis. Beim Rauchen kann das die heimliche Zigarette mit den Freunden sein. Freunde, die cool und beliebt sind. Man nimmt sie sich zum Vorbild, will Ihnen nacheifern und greift selbst zur ersten Kippe. Sie schmeckt überhaupt nicht, man muss husten, oder vielleicht wird es einem sogar so übel, dass man sich übergeben muss. Da setzt der erste suchterzeugende Mechanismus ein: Weil es mal so gar nicht mundet, ist der Mensch sich absolut sicher, dass er nie süchtig werden wird. Aber von dem grauseligen Geschmack abgesehen, wirkt das Nikotin in unserem Gehirn auf das Belohnungszentrum. Es werden körpereigene Endorphine ausgeschüttet, die ein gutes Gefühl auslösen. Der Mensch mag natürlich Dinge, die sich gut anfühlen, also will er das Gefühl immer wieder haben. Es kommt noch folgender Effekt hinzu: Meist werden Zigaretten geraucht, um schöne Situationen beispielsweise nach einem guten Essen etc. noch zu krönen. Insofern ‘belohnt’ man sich quasi doppelt. Das ist besonders gefährlich, denn dadurch geht die Spirale nach unten umso schnellervoran…

Bekanntermaßen ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Er kann sich extrem gut anpassen, an die feindlichsten Umgebungen und an die schädlichsten Verhaltensweisen. So gewöhnt sich der Körper auch an den Zigarettenrauch. Die Sucht ist da, der Teufel/ die Bestie hat sich eingenistet. Und wie bei jeder anderen Droge auch kommt es zur Toleranzentwicklung, das heißt, dass die dem Körper zugeführte Dosis immer weiter gesteigert werden muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die Folge: Man raucht immer mehr, im schlimmsten Fall wird man ein Kettenraucher. Die körperliche Anhängigkeit wird immer stärker… Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. spricht in ihrer Broschüre Tabak von einem Doppelcharakter der Tabakabhängigkeit: Zum einen die NikotinabhäŠngigkeit, zum anderen von der Gewšöhnung an das Rauchen.

Natürlich ist die o.g. Suchtentstehung stark vereinfacht. Es spielen noch sehr viele andere Faktoren mit, die Einfluss darauf haben, ob man ein Abhängiger wird oder nicht. Zum Beispiel das soziale Umfeld. In der Kindheit haben die Eltern die größte Vorbildfunktion. Sind diese Raucher, dann wollen viele Kinder ihren Eltern irgendwann nacheifern und greifen selbst zur Zigarette. Oder aber sie revoltieren das wäre der bessere Fall und lassen es bleiben, um zu zeigen, dass sie anders sind. Sind die Kinder älter, dann rücken eher die Freunde in den Vordergrund. Der Wunsch ‘cool’ und ‘in’ zu sein ist da und vor allem in der Pubertät hat die Clique fast schon Macht über einen.

Ebenfalls eine Rolle spielt die Verfügbarkeit der Droge und natürlich die gesellschaftliche Akzeptanz. Wenn die Droge schwer zu beschaffen ist, dass ist auch die Hürde sie zu beschaffen wesentlich größer. Da man Glimmstängel aber in ziemlich jeden Supermarkt und an fast allen Tankstellen kaufen kann, könnt Ihr Euch vorstellen wie gering diese Hürde ist. Positiv ist das das Verkaufsverbot für Jugendliche und die Notwendigkeit einer Chipkarte am Automaten. Jüngere Kids kommen nicht mehr ganz so leicht an die Sargnagel, wie noch vor ein paar Jahren.
Bei der gesellschaftlichen Akzeptanz ist natürlich auch wieder das Umfeld mitbestimmend. Die Eltern, Freunde oder Kollegen. Generell wird das Rauchen meiner Meinung nach zu sehr bagatellisiert… Die Meisten natürlich eher die Raucher bezeichnen es nicht als eine Sucht oder finden nichts schlimmes daran. Die Folgen werden total ausgeblendet. Die Folgen werden total ausgeblendet.

Eine nette Grafik bezüglich der Suchtenstehung hat die Zeitung “Die Zeit”  am 18.05.2006 herausgebracht. Sie verdeutlicht die o.g. Faktoren noch:

Grafik Suchtentstehung

Abb. 1: Suchtentstehung

Fakt ist, dass es immer mehrere Faktoren gibt, die in unterschiedlicher Gewichtung auf die Suchtentstehung einwirken. Es gibt nicht DEN einen Grund. Das wäre ja auch noch schöner, denn das würde bedeuten, dass man sich darauf ausruhen könnte. Man hätte quasi eine Entschuldigung, einen Freifahrtschein um weiter zu rauchen. Aber da Raucher ja ein besonderer Schlag Mensch sind, ruhen sie sich eben auf allen Faktoren aus…


Tag 52

Zunächst der Kalender von heute:

Tag 52

Tag 52

“Mit zunehmender Fitness stellen sich erste kleine Erfolge ein.”

Gestern war so ein Tiefpunkt meiner Motivation. Ich war zwar nicht kurz vorm Schwach-Werden, aber ich war in Gefahr, ohne das jetzt dramatisieren zu wollen. Um es abzukürzen: ich bin noch immer Nichtraucher und es geht bei 52 weiter…
Heute habe ich, wie Ihr vielleicht schon bemerkt haben werdet, meinen Blog umgezogen. War der “Grossaffe” bisher auf meiner www.cabriokatha.de beheimatet, so ist er nun auf der gleichnamigen Domain www.grossaffe.de zu Hause. Das hat sehr viel Zeit gekostet. Ich bin noch eine Blog- Anfängerin und ich komme mit wordpress eigentlich recht gut zurecht, aber so Dinge wie ein Domainumzug sind dann doch mit etwas mehr Gehirnschmalzumsetzung verbunden. Aber es hat offensichtlich geklappt. Falls Euch aufmerksamen Lesern doch hier und da doch kleine Fehler auffallen sollten, so setzt mich bitte darüber in Kenntnis ;)

Früher habe ich bei der Arbeit am Laptop/ Computer exorbitant viel geraucht. Fast eine nach der anderen. Und was habe ich mich immer über mich selbst aufgeregt, wenn ich die Asche nicht rechtzeitig abgeschnippt habe und mir deshalb ein Teil davon auf die Tastatur fiel… Immer wenn ich besonders konzentriert war, steckte ich mir eine an, in der Hoffnung, dadurch schneller zu einer Lösung zu kommen. Hat natürlich nie geklappt. Ich hab eh immer am Meisten geraucht, wenn ich es so nebenbei tat. Ich hatte große Schwierigkeiten, Zigaretten zu genießen was ja eh nicht möglich ist bei dem Gestank, wenn ich mich nur darauf konzentrieren konnte. Da kam es schon häufig vor, dass ich sie nach der Hälfte ausgedrückt habe. Umso mehr habe ich dann eben bei Beschäftigung geraucht: Computerarbeit, am Auto Golf 1 Cabrio schrauben, TV schauen oder bei Unterhaltungen mit Freunden auch Raucher.

Dieses Verhalten kennen wohl viele Raucher. Fluppen als Allheilmittel… Sei es gegen Langeweile, als Beschäftigungstherapie wenn man sie sich selbst stopft/dreht, gegen Aufregung, zum ‘Runterfahren’, um schlimme Situationen zu überbrücken, um Ereignisse zu krönen, zum Stressabbau oder für was auch immer. Für all das sind Kippen gut? So eine gequirlte Sch***… Keine Droge dieser Welt wird so universell eingesetzt, wie Nikotin. Und jene Droge ist nicht mal besonders wirkungsvoll. Klar, sie hebt den Blutdruck und das Herz schlägt etwas schneller, aber das registriert der Mensch eigentlich gar nicht. Kippen sind einfach nur seelische Krücken. Und diese Aufgabe erledigen sie katastrophal… Denn neben dem Nikotin sind ja bekanntlicherweise hunderte, wenn nicht tausende Schadstoffe einthalten, die wir unserem Körper mit jedem Zug zuführen und die ihn dann langsam aber sicher zu Grunde richten. Die Seele lässt sich zwar einlullen, aber zu nem sehr hohen Preis.

Leute, schmeißt die Kippen weg, verarscht Euch nicht länger selbst und fangt ein neues, gesünderes Leben an. Dass Ihr diesen Blog lest, spricht ja schon mal dafür, dass Ihr keine absolut überzeugten Raucher mehr seid…


Tag 26, Folgen

Mittlerweile habe ich so an die 150€ durchs Nichtrauchen gespart. Das ist ne ganz schöne Stange Geld. Dafür habe ich mir wieder war gegönnt. Ein leichtes, wasserdichtes Sommerjäckchen. Ne Sommerjacke hatte ich eigentlich noch wie, jedenfalls keine dich ich mir selbst (und nicht meine Mutter mir) gekauft habe und die mir obendrein sogar noch gefällt. Aber ab nun wird sich nichts mehr gegönnt, ab nun wirds gespart. Was spricht denn der Kalender heute?

Tag 26

Tag 26

“Juchu! Ihr Koronararterien atmen befreiter auf und können sich bald wieder von Herzen freuen.”

Ein guter Hinweise auf mein Thema heute… Ich will mich nämlich mit den Folgen des Rauchens beschäftigen. Nicht dieses oberflächliche Gequatsche über Herz-Kreislauferkrankungen oder ‘Rauchen gefährdet die Gesundheit’  und und und, sondern etwas detaillierter, deshalb werde ich unter anderem auch einzelne Inhaltsstoffe der Zigarette und ihre Wirkungen auf den menschlichen Organismus untersuchen…

Das dkfz in Heidelberg differenziert 6 verschiedene Kategorien:
Gruppe 1: krebserzeugend für den Menschen;
Gruppe 2A: wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen;
Gruppe 2B: möglicherweise krebserzeugend für den Menschen.
Stoffe, die von der IARC bislang nicht bearbeitet wurden, jedoch von der MAK-Kommission der Deutschen
Forschungsgemeinschaft, tragen deren Einstufungskennzeichnung: Nummer der Einstufungskategorie und (DFG).
Kategorie 1: „Stoffe, die beim Menschen Krebs erzeugen ..“;
Kategorie 2: „Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen anzusehen sind ..“;
Kategorie 3: „Stoffe, die wegen erwiesener oder möglicher krebserzeugender Wirkung Anlass zur Besorgnis geben ..“;
Kategorie 4: „Stoffe mit krebserzeugender Wirkung, bei denen ein nicht-genotoxischer Wirkungsmechanismus im Vordergrund steht .. und für die ein MAK- oder BAT-Wert abgeleitet werden kann“;
Kategorie 5: „genotoxische Kanzerogene mit geringer Wirkungsstärke, für die ein MAK- oder BAT-Wert abgeleitet werden kann“ (Quelle Factsheet_Zusatzstoffe des dkfz)

Nikotin

Darum geht es den allermeisten Rauchern, wenn sie sich einen Glimmstängel anzünden. Nikotin ist eine Droge bzw. ein Nervengift und eigentlich hochtoxisch (hochgiftig) für Lebewesen. Wenn ich mich recht an ein paar Biologie Stunden erinnere, dann wurde Nikotin einst als Pestizid eingesetzt und wir döseligen Menschen pfeifen uns das freiwillig rein… Nikotin wird schnell verstoffwechselt und von daher glaube ich nicht, dass es beim Rauchen zu einer Vergiftung kommen kann, zumindest haben meine Recherchen nichts derartiges ergeben. Falls Ihr aber etwas Gegenteiliges wisst, dürft Ihr mich sehr gerne berichtigen!
Durch Lungenzüge gelangt das Nikotin beim Gasaustausch von den Alveolen (Lungenbläschen) ins Blut und damit auch ins Herz. Dort wirkt es stimulierend auf den Herzmuskeln, sodass dessen Aktivität steigt. Nebenbei erhöht sich auch der Blutdruck.

Habt Ihr auch schon von dem Gerücht gehört, dass ein ausgewachsener Mann sterben könnte, wenn er 1 Zigarette isst, statt sie zu rauchen? Das ist meines  Wissens nicht wahr. Für Kinder ist es in der Tat zwar sehr, sehr gefährlich, aber ein Erwachsener würde wohl nicht daran sterben. Nachlesen könnt Ihr das hier.

Teer

Teer oder Kondensat findet sich in jeder Zigarette. Viele Menschen glauben, dass viele unserer Straßen geteert seien. Das stimmt aber nicht- mehr. Als bekannt wurde, dass Teer sehr gesundheitsschädigend ist, wurde es im Straßenbau durch Bitumen ersetzt (Quelle).
Diese zähflüssige Masse verklebt die die Flimmerhärchen der oberen und unteren Atemwege. Diese Zellen haben normalerweise den Zweck, Staub oder andere ungewollt aufgenommene Stoffe aufzuhalten. Dass sie in Aktion merkt man z.B. wenn man den Rauch einer Zigarette inhaliert und husten muss. Der Rauch ist etwas, das der Körper nicht mag. Deshlab wehrt er sich. Aber der in den Zigaretten enthaltene Teer verklebt jene Strukturen und ein wichtiger Schutzmechanismus fällt damit weg und im Laufe der Zeit entwickelt sich eine chronische Bronchitis.

Das waren jetzt nur zwei der etwa 4000 Stoffe, die in einer einzigen Zigaretten enthalten sind. Die Hersteller schrecken dabei vor nichts zurück. Beigemengter Ammoniak beispielsweise verändert den pH- Wert, sodass im Hauptstromrauch mehr Nikotin bei gleichem Volumen Rauch aufgenommen wird. Nachzulesen in meinem Artikel Tabakindustrie, Politik, Forschung, … Daneben noch allerhand Stoffe, die den Ekelfaktor der Kippen überdecken sollen. Menthol macht den Rauch ‘weicher’, Kakao ‘süßer’ und so geht es schier endlos weiter. Und alles nur zu einem Zweck: Kapital machen und dabei Millionen Menschen, Erwachsene wie Jugendliche, Frauen wie Männer, Gesunde wie Kranke zu ofpern, sie wissentlich und willentlich sukzessive zu töten. Sicherlich, die Kippe selbst zündet sich jeder x- mal am Tag seöbst an, aber wir wurden von Anfang an getäuscht. Die Tabakindustrie wusste über die suchterzeugende Wirkung, hat aber bis zur Prozesswelle der 1990er Jahre in Amerika alle Unterlagen zurück gehalten.

Das war’s für heute dann mal, morgen geht es weiter und zwar mit den Krankheiten!


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