“Besiegen Sie den kleinen Teufel in Ihnen und bleiben Sie weiterhin standhaft.”
Ja, ja, der kleine Teufel… Allan Carr bezeichnet ihn als kleine und große Bestie, aber Teufel ist auch gut. Interessante These die Sucht als Teufel zu bezeichnen… Aber wie entstehen Süchte eigentlich und wie kann es passieren, dass sie Kontrolle über uns gewinnen?
Zunächst gibt es ein Initialerlebnis. Beim Rauchen kann das die heimliche Zigarette mit den Freunden sein. Freunde, die cool und beliebt sind. Man nimmt sie sich zum Vorbild, will Ihnen nacheifern und greift selbst zur ersten Kippe. Sie schmeckt überhaupt nicht, man muss husten, oder vielleicht wird es einem sogar so übel, dass man sich übergeben muss. Da setzt der erste suchterzeugende Mechanismus ein: Weil es mal so gar nicht mundet, ist der Mensch sich absolut sicher, dass er nie süchtig werden wird. Aber von dem grauseligen Geschmack abgesehen, wirkt das Nikotin in unserem Gehirn auf das Belohnungszentrum. Es werden körpereigene Endorphine ausgeschüttet, die ein gutes Gefühl auslösen. Der Mensch mag natürlich Dinge, die sich gut anfühlen, also will er das Gefühl immer wieder haben. Es kommt noch folgender Effekt hinzu: Meist werden Zigaretten geraucht, um schöne Situationen
Bekanntermaßen ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Er kann sich extrem gut anpassen, an die feindlichsten Umgebungen und an die schädlichsten Verhaltensweisen. So gewöhnt sich der Körper auch an den Zigarettenrauch. Die Sucht ist da, der Teufel/ die Bestie hat sich eingenistet. Und wie bei jeder anderen Droge auch kommt es zur Toleranzentwicklung, das heißt, dass die dem Körper zugeführte Dosis immer weiter gesteigert werden muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die Folge: Man raucht immer mehr, im schlimmsten Fall wird man ein Kettenraucher. Die körperliche Anhängigkeit wird immer stärker… Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. spricht in ihrer Broschüre Tabak von einem Doppelcharakter der Tabakabhängigkeit: Zum einen die Nikotinabhängigkeit, zum anderen von der Gewöhnung an das Rauchen.
Natürlich ist die o.g. Suchtentstehung stark vereinfacht. Es spielen noch sehr viele andere Faktoren mit, die Einfluss darauf haben, ob man ein Abhängiger wird oder nicht. Zum Beispiel das soziale Umfeld. In der Kindheit haben die Eltern die größte Vorbildfunktion. Sind diese Raucher, dann wollen viele Kinder ihren Eltern irgendwann nacheifern und greifen selbst zur Zigarette. Oder aber sie revoltieren
Ebenfalls eine Rolle spielt die Verfügbarkeit der Droge und natürlich die gesellschaftliche Akzeptanz. Wenn die Droge schwer zu beschaffen ist, dass ist auch die Hürde sie zu beschaffen wesentlich größer. Da man Glimmstängel aber in ziemlich jeden Supermarkt und an fast allen Tankstellen kaufen kann, könnt Ihr Euch vorstellen wie gering diese Hürde ist. Positiv ist das das Verkaufsverbot für Jugendliche und die Notwendigkeit einer Chipkarte am Automaten. Jüngere Kids kommen nicht mehr ganz so leicht an die Sargnagel, wie noch vor ein paar Jahren.
Bei der gesellschaftlichen Akzeptanz ist natürlich auch wieder das Umfeld mitbestimmend. Die Eltern, Freunde oder Kollegen. Generell wird das Rauchen meiner Meinung nach zu sehr bagatellisiert… Die Meisten
Eine nette Grafik bezüglich der Suchtenstehung hat die Zeitung “Die Zeit” am 18.05.2006 herausgebracht. Sie verdeutlicht die o.g. Faktoren noch:
Fakt ist, dass es immer mehrere Faktoren gibt, die in unterschiedlicher Gewichtung auf die Suchtentstehung einwirken. Es gibt nicht DEN einen Grund. Das wäre ja auch noch schöner, denn das würde bedeuten, dass man sich darauf ausruhen könnte. Man hätte quasi eine Entschuldigung, einen Freifahrtschein um weiter zu rauchen. Aber da Raucher ja ein besonderer Schlag Mensch sind, ruhen sie sich eben auf allen Faktoren aus…



