Tag: Dampfen

Die elektrische Zigarette

(674 Tage) Heute widme ich mich erneut einem Thema, das derzeit heiß diskutiert wird: die elektrische oder elektronische Zigarette.
Nachdem ich auf einigen Teleshopping-Sendern den Verkauf dieser Produkte beobachtet habe, möchte ich auf einen alten Beitrag von mir verweisen, den ich bereits 2010 verfasst habe: „Die elektronische Zigarette“.

 
Außerdem lege ich Euch die Lektüre der Studie des DKFZ nahe: „Elektrische Zigaretten“.

 

Beispiel für den Aufbau einer elektronischen Zigarette (Quelle)

Beispiel für den Aufbau einer elektronischen Zigarette (Quelle)

Meine Meinung hat sich nicht geändert. Ich finde es ein völlig überflüssiges und grässliches Erzeugnis, das dem Raucher vorgaukelt, eine gesündere Alternative zur herkömmlichen Kippe bietet. Eine Marke nennt sich „Vita-Smoker“, was impliziert, dass es gesund sei. Doch das ist es keineswegs. Zweifelsfrei ist es eine Marktlücke, aber eine sehr zweifelhafte. Denn: keiner weiß bisher genau, wie sich der Konsum auf den aktiven und passiven Raucher auswirkt. Die Gefahren sind unbekannt. Und deshalb möchte ich hier deutlich vor dem Gebrauch warnen!
Alles Weitere könnt Ihr in der Studie oder in meinem alten Beitrag nachlesen.


Die elektronische Zigarette

Hallo liebe Besucher!

Heute ist mein 276ter Tag als Nichtraucher. Ich habe es noch nicht ein mal bereut und kann es wirklich jedem ans Herz legen, es auch bleiben zu lassen. So manch einer will vielleicht aufhören, weiß aber nicht wie. Es gibt viele kleine Helferlein, die einem den Ausstieg erleichtern wollen. Ich schreibe bewusst ‘wollen’, denn oft – z.B. bei Nikotinkaugummis – ist es sogar gefährlich. Nämlich dann, wenn man fleißig kaut aber trotzdem noch raucht. Da kann es schnell zu einer Überdosierung des Nikotins kommen. Aber es gibt ja noch viel mehr ‘Krücken’. Ich habe sie bereits in folgenden Artikeln beschrieben:

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Nun ist mir eine weitere Möglichkeit zu Ohren gekommen: die elektronische Zigarette!

Wie jetzt? Virtuelles Rauchen?

Virtuell nicht, denn man nimmt das Nikotin zu sich. Ich würde es eher ‘Softrauchen’ nennen…
Eine E-Zigarette besteht aus drei Komponenten: Dem Verdampfer (Korpus), einer Kartusche -auch Depot genannt- (mit der Nikotinlösung) und einem Akku, den man per USB laden kann. Die Kartusche enthält eine Lösung (Liquid), die das Nikotin enthält.

Die elektronische Variante sieht der echten Zigarette täuschend ähnlich. Zu dem Begriff Täuschung komme ich später noch einmal zurück… Das einzige, was sie etwas weniger realistisch erscheinend lässt, ist die Tatsache, dass sie nicht abbrennt. Damit Ihr Euch von der Ähnlichkeit überzeugen könnt, habe ich hier ein Bild:

Quelle: DPA

Ja, Ihr seht richtig, das Ding raucht sogar… Wie kann das sein, wenn doch angeblich nur das Nikotin drin ist? Propylenglycol macht es möglich. So hat der ‘Dampfer’ (so werden die Raucher 2.0) auch genannt, ein möglichst realistisches Raucherlebnis. Auf sehr vielen Internetseiten können sich willige das Produkt kaufen. Eigentlich ist es theoretisch verboten, da es sich um ein ungeprüftes Produkt handelt, aber es wird bisher noch nicht geahndet. Ich möchte mich nun ein wenig mit den Vor- und Nachteilen dieses Apparates auseinandersetzen…

  • Der Gesundheitsaspekt

Viele meinen, wenn sie die vielen giftigen Inhaltstoffe einer echten Zigarette nicht mehr zu sich nehmen und sich nur noch das Nikotinrein zu pfeifen, lebten sie gesund. Aber Leute, mal ganz im Ernst: die Begriffe Rauchen (und auch das Dampfen) und Gesund(heit) schließen sich doch aus. Nikotin ist und bleibt ein Nervengift, ob es jetzt fast pur oder mit dem ganzen anderen Schmodder inhaliert wird. Freilich ist die E-Zigarette gesünder, aber noch lange nicht gesund, denn das würde bedeuten, dass sie zur Gesundung beiträgt oder zumindest die Gesundheit nicht schädigt. Von dem enthaltenen Propylenglycol ist mir eine Giftigkeit nicht bekannt. Es wird neuerdings sogar Kühen ins Futter gemischt, was dazu führt, dass sie bis zu 50l mehr Milch am Tag geben.

  • Finanzierung

Rauchen ist sehr teuer. Mit der neuerlichen Erhöhung der Tabaksteuer ziehen die Preise noch mehr an. Da könnte es für manche ein Anreiz sein, auf den Dampfer umzusteigen. Ich habe mich auf ein paar Seiten über die Kosten informiert und war relativ überrascht, dass es sehr große Schwankungen bei den Startersets gibt. Ich habe auf einer Seite einen Betrag von 209€ für das Starterset zwei Zerstäuber, 10 Depots (15mg Nikotin, Geschmack: stark) , ein USB-Ladegerät, ein Etui, 10ml Nachfüllflüssigkeit. Auf einen anderen Seite gab es 10 Depots, ein Akku, einen Zerstäuber und das Ladegerät für gerade mal. So ein Set habe ich auch für 59€ entdeckt. Und auf der Seite mit dem Starterset -ich bin immer noch total entrüstet!!!- wird ein Familien-Set angeboten. Ich glaube ich spinne! Ich weiß ja nicht, was in den Köpfen der Händler vorgeht, aber das ist arglistig. Da wird einem suggeriert, dass das Zeug gesund sei und zwar so gesund, dass man es seinen Kindern erlauben kann. Bei sowas werde ich richtig sauer. Ich werde denen man eine gepfefferte E-Mail schreiben. Über das Resultat werd eich Euch gerne informieren, wobei ich eigentlich nicht denke, das sich eine Antwort bekomme oder meine Bitte umgesetzt wird…

Ein durchschnittlicher Raucher (1 Packung à 5€) gibt im Monat (30 Tage) ca. 150€ aus.
Ein Dampfer muss mit monatlichen Kosten von ca. 60-80€ rechnen. Eine Patrone entspricht etwa 10-15 Zigaretten, sodass man am Tag also 2 davon benötigt. Diese schlagen mit 0,50 bis 1,49€ zu Buche. Insgesamt ergibt sich also ein großes Sparpotential.

  • Qualität

Das mit der Qualität ist ja so eine Sache. Zunächst muss man Referenzwerte bestimmen, die anzustreben sind. Denn nur wenn man weiß an was man sich orientieren soll, kann man dieses Ziel auch anstreben. Die meisten Händler der elektronischen Zigarette (ich kürze das jetzt ab mit eZ) auf deren Seiten ich war, schreiben nichts von irgendwelchen Normen oder dergleichen. Es wird nicht überprüft, was in den Kartuschen drin ist, weder ob es nur Nikotin und Propylenglycol ist, noch wie viel Nikotin darin gelöst ist. Es sind also drastische Schwankungen möglich, was auch schon nachgewiesen wurde. Außerdem können die Depots schnell auslaufen und sind somit eine potentielle Gefahr für kleine Kinder. Und die fehlenden Kontrollen führen auch dazu, dass manche Hersteller schon verbotene Medikamente zusetzen. Es wird weder in Deutschland noch in der EU kontrolliert…

  • Abwechslung durch Zusätze

Ah ja… Also ganz ohne Zusätze kommen manche Lösungen nicht aus. Und diese sind meines Wissens nicht geprüft, aber ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren. Falls also jemand eine Studie o.ä. hat, immer her damit. Aber nun wieder zu den harten Fakten:

Es gibt etliche Aromen, angefangen von den unterschiedlichen Geschmäckern des Tabaks (Turkish-Blend Virginia-Tabak oder Menthol), über Apfel bis Zimt. Ich sehe da eine ganz deutliche Parallele zu den Tabaksorten von Shisha. Und wie bereits gesagt, woraus sie bestehen und wie sie wirken, ist mir nicht bekannt.

Und besonders erschreckend ist, dass hin und wieder dann doch Stoffe darin nachgewiesen werden, die sich typischerweise in Taba-Zigaretten befinden und als kanzerogen (krebserregend) eingestuft werden.

Mittlerweile sind die Behörden darauf gekommen, dass da etwas in Gange ist, das der Überwachung bedarf. Die EU-Kommission zieht es in Betracht, die E-Zigaretten in die Revision der Tabakproduktrichtlinie aufzunehmen – oder sie als Medizinprodukt einzustufen. Egal welche Alternative gewählt wird, es wird zu strengen Kontrollen führen. Möglichweise wird der Konsum auch illegal. Leider wird ein Beschluss erst für 2012 erwartet. In der Zwischenzeit wird die e-Z sicherlich noch mehr Anhänger und damit Unterstützung finden. Es gibt schon Petitionen im Internet, die einem Verbot entgegen treten wollen.

Meines Erachtens sollte eine schnelle Entscheidung herbei geführt werden. Die Produkte müssen kontrolliert und normiert werden. Zudem muss gewährleistet werden, dass keine (verbotenen) Substanzen oder Medikamente untergemischt werden. Ich sage also ganz klar NEIN zum Rauchen 2.0!


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