Zuerst wieder das lustige Kalenderblatt:
“Wenn Sie das Geld für Ihre nicht gerauchten Zigaretten immer schön gespart haben, können Sie sich die ersten kleinen Wünsche erfüllen.”
Weiter in der Serie “Methoden”… Bisher habe ich Hilfsmittel und Medikamente beleuchtet, die das Aufhören unterstützen. Heute sind Möglichkeiten dran, die am Verhalten ansetzen.
Bücher
Das wohl bekannteste ist das Buch “Endlich Nichtraucher” von Allen Carr. Auch ich besitze dieses Buch und habe mit seiner Hilfe Unterstützung erfahren. Sein Prinzip besteht darin, die Nachteile des Rauchens zu zeigen und diese immer und immer zu wiederholen. Das mag langweilig klingen, aber das ständige wiederholen der gleichen Fakten ist -erwiesenermaßen- eine sehr, sehr effektive Methode des Lernens. Und darum geht es ja eigentlich. Wir haben mühsam gelernt zu Rauchen, jetzt lernen wir noch mühsamer das Nichtrauchen. Falls Euch das nicht überzeugt, dann stelle ich Euch eine Frage: Wie habt Ihr in Eurer Schulzeit am Besten Vokabeln gelernt? Ihr habt sie immer und immer wieder wiederholt…
Das Buch ist trotz der Wiederkehr der Fakten sehr kurzweilig und hilfreich. Gegner von Allen Carr kritisieren, dass er nur das “rationale Gedächtnis” und nicht das “emotionale Gedächtnis” anspreche (Quelle). Ich würde da eher von deklarativen episodischen und prozeduralem Gedächtnis sprechen. Das deklarative episodische beinhaltet vor allem Fakten und Ereignisse des eigenen Lebens, an das man sich auch bewusst erinnern kann. Das prozedurale, auch implizit genannt, hingegen speichert u.a. Verhaltensweisen und Erwartungen oder motorische Abläufe. Ich stimme der Kritik zum Teil zu, aber nicht ganz. Denn das Langzeitgedächtnis, auch wenn Wissenschaftler verschiedene Bereiche gefunden und deklariert haben, kann man sich keines Falls wie ein Aktenschrank vorstellen, das ist viel zu einfach. Nehmen wir ein Beispiel… Ihr erinnert Euch an Eure erste Kippe, Ihr kennt vielleicht nicht mehr das genaue Datum
Der Punkt ist der, dass man sich öffnet. Wenn man wirklich mit dem Rauchen aufhören will, dann muss man sich öffnen, sonst kann man es gleich bleiben lassen. Es gibt nicht die eine, ultimative Lösung, dazu sind wir alle zu unterschiedlich, deshalb will ich auch keinem von Euch etwas “aufs Auge drücken”. Für mich hat Allen Carr’s Buch funktioniert, sehr gut funktioniert, wie das bei Euch ist, kann und will ich nicht sagen. Ihr müsst es einfach ausprobieren.
Das Buch gibt es in zig verschiedenen Ausgaben und für die verschiedensten Art des Nichtrauchers, für den, der gerade aufhört und für den, der schon ein paar Tage hinter sich hat. Hier mal ein kleiner Überblick. Mittlerweile gibt es sogar schon ein Spiel oder wasauchimmer für den Nintendo DS von ihm…
Schlusspunkt
Bei dieser Methode setzt sich der aufhörwillige Raucher einen Punkt innerhalb der nächsten zwei Wochen, an dem er Schluss machen will. Dieses System setzt etwas voraus: Den unbändigen Willen. Bis ich es nun seit 23 Tagen geschafft habe, versuchte ich es 2 mal. Und diese beiden Male waren alles andere als erfolgreich. Beim ersten hielt ich 3 Stunden durch, bei dem anderen nur ganze 2… Nach ausführlicher Selbstanalyse wurde mich auch klar, warum ich scheiterte. Der Willen war zu schwach. Bevor Ihr also wirklich aufhört, seid Euch sicher, dass Ihr es auch wirklich wollt. Denn wenn es nicht so ist, schafft Ihr es nicht und es frustriert Euch nur, was die nächten Versuche nicht einfacher macht. Habt Acht darauf, dass Eure Motivationen nicht schwindet und gebt Euch selbst Impulse, nicht aufzugeben! Hilfreich dabei kann das Nichtraucher- Startpaket der BZgA. Pro Person können maximal zwei Sets bestellt werden. Enthalten sind der Rauchfrei- Kalender, ein Knautschball, Pfefferminzbonbons und eine Broschüre mit vielen Infos. Alternativ könnt Ihr auch hier vorbeischauen.
Bei dieser Methode ist es wichtig, ich kann es immer nur wieder sagen, dass Ihr es wirklich wollt. Denn der blaue Dunst hat sich in unserem Leben breiter gemacht, als wir es uns je vorstellen konnten. Wir rauchen, wenn etwas tolles geschah, nach dem Essen, zum Glas Wein, denn wir schlecht drauf waren, nach dem Sex, vor einer Prüfung, in der Werbepause, …, … Das ließe sich mühelos weiterführen. Es gab immer einen Anlass sich eine Kippe zwischen die Lippen zu stecken. Der Raucher hat das Gefühl, sich mit dem Krebserzeuger etwas zu können, klassischer Logikfehler… Mit Zigaretten gönnt man sich nichts, man begeht eher Suizid auf Raten… Der Punkt ist der: Wenn der Wille nicht zu 100% da ist, wird die Bestie im Kopf und drängen, eine zu rauchen, weil wir uns was “gönnen” sollen. Die Glimmstängel sind quasi mit uns verwachsen, emotional gesehen. Man hatte beim Rauchen das Gefühl, die Situation
Verhaltenstherapie
An eben genannten Mechanismen greifen verhaltenstherapeutische Maßnahmen an. Der Mensch lernt die Muster zu durchbrechen. Man eignet neue Verhaltensweisen an, die die alten überdecken sollen. Es ist eine sehr effektive Möglichkeit, sich das Rauchen abzugewöhnen. Dennoch sollte man sich auch hier vorher darüber im Klaren sein, dass niemand Zigaretten wirklich braucht. Oder wollt Ihr mir ernsthaft erzählen, dass Ihr dem Mutterleib schon lässig mit einem Sargnagel im Mundwinkel entsprungen seid? Eher nicht… Vor Eurer Sucht konntet Ihr wunderbar leben…! Rauchen hat man sich mühsam erlernt, man muss es jetzt nur wieder einfach verlernen…
Natürlich lernt man auch interessante Dinge über die Sucht, wie sie entsteht und wie man sie durchbrechen kann. Verhaltenstherapien kann man entweder einzeln oder in der Gruppe machen, wobei Gruppentherapien häufiger angeboten werden. Zudem scheinen Gruppentherapien erfolgreicher zu sein, vielleicht wegen dem Gruppenzwang?
Wer mehr darüber wissen will, kann sich hier oder hier oder hier mal umschauen.
Ich hoffe, es war das ein oder andere nützliche für Euch dabei!
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