Nachdem ich Euch ja hier schon den Vorbericht zum Lesen angeboten habe, kommt nun logischerweise auch der Nachbericht. Er war am Dienstag in der RheinNeckarZeitung und in den Fränkischen Nachrichten abgedruckt:
Schaulaufen der heißen Flitzer
Im beschaulichen Örtchen Sindolsheim fand am 09.10.2010 zum 26sten mal die Frankenlandrallye statt. Bereits Freitags reisten einige Teams an, um bis ca. 22:00 Uhr die Papier- und technische Abnahme zu erledigen.
Das Rallyezentrum an der Mehrzweckhalle beherbergte bis Samstag dann 67 Teams aus dem ganzen süddeutschen Raum. Sie alle durften mit ihren Boliden bei –untypischerweise- strahlendem Sonnenschein und angenehm milden Temperaturen ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen. Es war ein Schaulaufen von heißen Flitzern aller Marken und Fabrikate, deren PS nur darauf warteten losgelassen zu werden.
Ab 7:00 Uhr wurde die Abnahme fortgesetzt, dabei bekamen die Teilnehmer auch ihre Unterlagen, anhand derer sie dann die Strecken besichtigen konnten. Bei jenem Abfahren wird auch das berühmte „Gebetbuch“ geschrieben. Auf einem Blatt Papier sagt der Fahrer seinem Kollegen, wie er später fahren will: wie schnell, welcher Kurvenradius etc. Die Aufgabe des Beifahrers ist dann die Anweisungen laut vorzulesen. Von der schnellen Fahrt bekommen die Copiloten nur wenig mit.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann pünktlich um 13:01 Uhr los. Auf 3 Wertungsprüfungen (WPs) die doppelt befahren wurden, sorgten sie mit ihren dröhnenden Rennwägen für Begeisterung bei den Zuschauern und Fans.
Zunächst bewegten die Fahrer ihre motorisierten Arbeitsplätze in Sindolsheim auf der WP 1 „Jochen Berger“. Ein Teilrundkurs mit einer Spitzkehre und nachfolgender Rechtskurve sorgte für einige sehenswerte Drifts. Doch nicht allen war das Glück an jener Stelle holt. Der Pilot eines Opel Kadett E verschätzte sich mit der Bremse und fuhr geradeaus. Nach einigem Rangieren konnte er aber zurück auf die Strecke. Wenig später fuhr das Team mit der Startnummer 45 etwas optimistisch in die Kurve, wobei das Auto über die Vorderachse schob und mit einem Aufprall hart in einem Graben zum Stehen kann. Die Streckenposten konnten den Wagen zwar mit den vereinten Kräften aus seiner Misere befreien doch nach der WP war Schluss für sie.
Die WP 2 „LUK“ in Pülfringen bedeutete für zwei Gespanne das Aus. Die extrem schnelle und anspruchsvolle Prüfung verlangte den Rennsportlern einiges ab und es gab viele sehenswerte Szenen und einige Ausritte.
Die WP 3 „Vogt“ in Walldürn war Schauplatz eines spektakulären Zwischenfalls. Der Lenker eines VW Golf II verlor die Kontrolle über sein Kfz und überschlug sich. Glücklicherweise konnten aber beide aus eigener Kraft und unverletzt aussteigen. Insgesamt fielen hier 3 Teilnehmer aus.
Danach wurden die Prüfungen erneut in der gleichen Reihenfolge befahren.
Auf WP 4 musste der Porsche 924 mit Startnummer 57 vorzeitig den Motor abstellen. Bei der WP 5 sahen alle die Zielflagge, auf WP 6 erwischte es einen. Ein weiteres Teilnehmerpaar fiel auf der Überführungsetappe zwischen der letzten WP und dem Ziel am Rallyezentrum mit Getriebeschaden aus. Insgesamt wurden 11 Besatzungen nicht gewertet.
Wie jedes Jahr gab es in der Halle für die ausgepowerten Sportler einen Sektempfang. Mit einem Beamer wurden zwei auf den WPs 1/4 und 2/5 gedrehte Videos an die Wand projiziert. Die Ausritte und Verbremser sorgten für gute Stimmung und eine entspannte Atmosphäre.
Nachdem die Zeiten gegen 20:00 Uhr ausgewertet waren, begann Armin Barnbeck die Siegerehrung mit einer Gedenkminute an den in diesem Jahr verstorbenen Jochen Berger, der viele Jahre Ehrengast bei der Frankenlandrallye war. Seine Ehefrau Gaby Berger stiftete einen gläsernen Wanderpokal für das Team Wild/ Wild auf einem BMW M3, das die beste Zeit in WP 1 und 4 fuhr. Marcus Maleck und Wolfgang Hess überreichten den Wettkämpfern die begehrten Pokale.
Der Kelch für das beste Mixed- Team ging an die Schweizer Vorjahressieger Flum/ Flum auf einem Mitsubishi Lancer Evo 6, die ihren Erfolg aber nicht wiederholen konnten. Sie belegten Platz 4 in der Gesamtwertung. Im Golf II 1,8l- Cup bewältigten Schmuck/ Fischer die Strecken in der schnellsten Zeit.
Mit einem deutlichen Vorsprung von 16sek triumphierten Noller/ Walz mit einem, Mitsubishi Lancer Evo 8 MR über das Team Wild/ Wild (BMW M3). Dritter mit nur noch 2sek Abstand belegten Flum/ Flum.
Die Veranstaltergemeinschaft MSC Brehmen, MSC Rosenberg und MSC Walldürn mussten etwa 100 Helfer als Streckenposten rekrutieren. Hinzu kamen ca. 30 Funkposten, die freiwilligen Feuerwehren Gissigheim, Sindolsheim und Walldürn sowie zur medizinischen Absicherung zwei Besatzungen vom DRK Buchen bzw. eine vom Malteser Hilfsdienst Würzburg. 20 Personen sorgten in der Küche für Speis und Trank.
Zusammen mit den Sportkommissaren, der technischen Abnahme, Zeitnehmern und Zeitauswertern waren somit zirka 200 Helfer am Gelingen der Frankenlandrallye beteiligt.
Und jetzt steht schon fest, dass auch im Oktober 2011 bei der 27. Ausgabe etliche PS- Geschosse gekonnt und natürlich auch äußerst ansehnlich auf den abgesperrten Strecken von Ihren Besitzern bewegt werden.

Frankenlandrallye 2010

Frankenlandrallye 2010

Frankenlandrallye 2010

Frankenlandrallye 2010
Ich möchte mich hiermit nochmals bei allen fleißigen Helfern bedanken. Ohne Euch wäre die Rallye in dieser Form und Qualität nicht möglich. Insofern zählen wir auch nächstes Jahr wieder auf Euch!
Weitere Bilder findet Ihr auf unserer Facebook-Seite
Achja… Fotografin war meine Schwester… Super Bilder Sarah!!!