Studien/Statistiken

336 Tage- Krebsrisiko steigt binnen Minuten

aschenbecher

Endlich habe ich mal wieder Zeit für einen kleinen Artikel. Prompt bin ich auf meiner Recherche auf eine erschreckende Neuigkeit gestoßen: Rauchen kann innerhalb von wenigen Minuten Veränderungen in den Genen verursachen und damit die Gefahr an Krebs zu erkranken, steigern.

Bisher glaubte man, dass solche Schäden erst nach jahrelangem Konsum entstehen. Doch diese neue Studie der Universität von Minnesota zeigt, dass bereits eine einzige Zigarette den “Grundstein für spätere Tumore” legen kann. Freilich müssen dazu noch viele andere Faktoren, wie die genetische Disposition (Veranlagung) und die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) hinzu kommen. Dennoch ist das eine einschüchternde Entdeckung.

Und wie kann das geschehen? In Zigaretten befinden sich sog. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Das sind organische Verbindungen. Das in Bezug auf Zigaretten vermutlich bekannteste ist das Benzpyren. Vielleicht sagt Euch das was. Jedenfalls werden diese PAK im Blut zu einer Substanz verstoffwechselt, die kanzerogen (krebserregend) ist. Wer das nachlesen will, kann es hier tun.

Hört sich nach Panikmache an. Aber ich denke schon, dass man das schon ernst nehmen kann. Wie gesagt, müssen da noch einige andere Faktoren ihre Hände im Spiel haben, damit der Krebs dann ausbricht. Eingefleischte Raucher wird das nicht interessieren und Jugendliche, die ‘in’ oder ‘cool’ sein wollen auch nicht. Aber vielleicht bringt es sie doch ein klein wenig zum Nachdenken. (Quelle)

Ach ja, in der Zwischenzeit habe ich mich mit meiner Handykamera auf die Suche nach Motiven gemacht. Zukünftig werdet Ihr also wieder Bilder zu den Artikeln bekommen. Das erste seht Ihr ja oben.


Rauchen und die lieben Kinder

Bisher habe ich eigentlich fast ausschließlich über die Gefahren des Rauchens bei Erwachsenen berichtet. Da nun aber das Weihnachtsfest, das Fest der Liebe, das Fest der Familie, das Fest der usw. stattfindet. Eine Zeit an der man an andere denkt, ihnen gutes wünscht und gegenseitig Rücksicht nimmt. Grund genug für mich zu betrachten, was den Kindern angetan wird, wenn im Haus oder der Wohnung geraucht wird.

Um eines vorweg zu nehmen: Meine Eltern rauchten in meiner Gegenwart und tun es noch. Es ist ihr Haus und ich kann es ihnen nicht verbieten. Jedenfalls tun sie das, seit ich klein bin. Es ist bei dem heutigen Bewusstsein der schädigenden Wirkungen der Glimmstängel ist es überflüssig dies noch einmal zu bekunden, das tue ich ohnedies bei fast jeden Artikel…

Rauchen und Kinder – das verträgt sich nicht. Warum ‘schafft man sich Kinder an’? Man will Leben schenken und man möchte, dass die Kiddies ein möglichst langes, glückliches und gesundes Leben haben, damit die Familienlinie nicht ausstirbt und vielleicht auch um der eigenen Existenz einen fassbaren Sinn zu geben.

Jetzt ist es leider nicht so, dass wir uns immer in einem transzendentalen Bewusstseinszustand befinden und stetig über so etwas nachdenken. Meist verlangt der Alltag, die Routine all unsere Aufmerksamkeit. Und für Raucher ist Alltag und Routine hin und wieder – nicht bei allen, aber bei einigen – der Grund noch öfter zur Zigarette zu greifen. Denn ich kenne kaum Qualmer, die ganz bewusst rauchen, sich über jede Kippe nach großen Überlegungen anzubrennen und noch dazu den ‘guten Geschmack’ zu genießen… Mal abgesehen davon, dass es nicht schmeckt.

Jedenfalls leiden unter dem vermehrten Konsum die lieben Kinder. Je kleiner die Wohnung, je mehr Schmöker desto dichter der Rauch. Und damit atmen die Kleinen all die ganzen giftigen Stoffe mit ein. Man nennt das Passivrauchen. Man macht die Kinder so selbst zu Abhängigen, zu Süchtigen, auch wenn das gar nicht die Absicht ist.

Jetzt ist eine Studie veröffentlicht worden, nach der dieser Second-Hand-Smoke bei Kindern das Risiko an einer Meningitis (Hirnhautentzündung) durch Meningokokken (die Bakterien) zu erkranken, signifikant vergrößern. Die genauen Prozesse müssen noch näher erforscht werden, aber man vermutet, dass durch die Reizung der Atemwege das Immunsystem geschwächt wird und die Erreger somit leichter angreifen können.
Die WHO schätzt, dass der Tod von 166.000 Heranwachsenden weltweit dem Passivrauchen geschuldet sind, wobei natürlich nicht nur die Meningitis zum Exitus führt. Auch Atemwegserkrankungen, wie Asthma und Lungenkrebs und Herzleiden seien die als häufigsten Todesursachen.

Doch das Passivrauchen kann noch mehr, Stichwort Hyperaktivität oder andere Verhaltensstörungen. Das Helmholtz Zentrum München hat zusammen in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München herausgefunden, dass Kinder, die bis zum Alter von ca. 10 Jahren Tabakrauch ausgesetzt waren, häufiger an Verhaltensauffälligkeiten oder Hyperaktivität leiden.
In der Studie wurden 5991 Kinder aus allen sozialen Schichten untersucht, die von 1995 bis 1998 geboren wurden. Besonders in der Schwangerschaft wirke sich die Exponierung negativ aus. Das Risiko war hierbei um das 1,9fache erhöht. Waren sie dem Qualm ‘nur’ nach der Geburt ausgesetzt, so war die Gefahr einer Störung um das 1,3fache gesteigert. Mussten sie das Nikotin mit all seinen giftige Stoffen im Gepäck sowohl vor als auch nach der Geburt ertragen, traten die Krankheiten doppelt so häufig auf. Es folgen noch weitere Untersuchungen zu dem Thema.

Ich appeliere an das Gewissen der Raucher… Lasst das nicht Eure Kinder ausbaden. Wenn Ihr Euch kaputt machen wollt, bitte. Aber Leben schenken und es dann (unbewusst) sukzessive zu zerstören, ist ein Widerspruch in sich. Denkt mal drüber nach… Was ist so schlimm daran, zum Rauchen nach draußen zu gehen?

Quellen: Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung


220 Tage: Macht Rauchen dumm?

Wenn irgendwo in der Welt eine Krankheit nicht zu 100% auf eine Ursache festgelegt werden kann bzw. es den Forschern zu wenige sind, dann springt bisweilen ganz uneigennützig der Konsum von Zigaretten ein. Ok, vielleicht springt er nicht ein, sondern wird von den Verantwortlichen eingesetzt um die Gefahren zu verdeutlichen, aber bei ganz vielen Erkrankungen findet man heute das Rauchen als einen Risikofaktor…

Das Qualmen ist Schuld an fast jeder erdenklichen Art von Krebs, es macht die Gefäße dicht, erzeugt Mundgeruch und man ist andauernd außer Puste. Soweit so gut. Fragt man nun einen Chemiker nach der Droge Nikotin, so weiß der einem zu sagen, dass es nicht nur eine Droge ist, sondern vielmehr auch ein Nervengift. Diese Benennung legt doch nahe, dass es also die Nerven schädigt. Und das ist ja auch erwiesen. Aber macht Rauchen dumm?

Nun haben sich einige Forscher der Berliner Charité und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) die Frage gestellt, wie sich das Inhalieren von Zigaretten auf das menschliche Gehirn auswirkt und sie kamen zu einem erschreckenden Ergebnis:

Raucher haben eine dünnere Großhirnrinde

Aber ich möchte sogleich eine Einschränkung machen: Sie wissen noch nicht, ob die untersuchten Raucher ‘von Haus aus’ schon eine dünnere Großhirnrinde haben, oder ob es tatsächlich von Rauchen kam.
Jedoch legt das Ergebnis, das die Region des medialen orbitofrontalen Kortex umso dünner war, je mehr Zigaretten geraucht wurden.

Aus Tierversuchen (ich finde Tierversuche grausam!!!) weiß man, dass das Nikotin Nervenzellen schädigt und so die Entwicklung des Gehirns verändert. Doch die Forscher sind sich über den genauen Zusammenhang – dünner präfrontaler Kortex und Rauchen – noch nicht sicher. Es könnte nämlich auch sein, dass die verminderte Dicke genetisch bedingt ist und man deswegen raucht… Es wird also weiter geforscht werden.

Mal davon abgesehen will ich Euch nun mal ein Bildchen des Gehirns zeigen:

Übersicht Gehirn

Übersicht Gehirn, Quelle: FOCUS Online, 22.10.2010

Und wer nun noch wissen möchte, was in dieser Gehirnregion so vor sich geht, dem sei hiermit die Erklärung geboten:

Man könnte die Großhirnrinde als Schaltzentrale bezeichnen, denn hier werden die Signale der Außenwelt mit bereits bestehenden Erinnerungen verglichen. Es werden die verschiedenen Möglichkeiten auf eine Situation zu reagieren, ‘angeboten’. Außerdem reguliert die Region emotionale Prozesse, weshalb sie auch “Supervisory Attentional System” (SAS) genannt wird. Weiterhin ist der präfrontale Cortex Sitz des Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnisses. Auch die Ausführung von Handlungen ist dort beheimatet. Ist der präfrontale Cortext z.B. durch ein Schädel-Hirn-Trauma geschädigt, kann es sogar zu Veränderungen der Persönlichkeit kommen. Es ist also eine wichtige Region…

Und noch zum Schluss: Natürlich ist die Frage “Macht Rauchen dumm?” erstens sehr provokant und zweitens auch noch maßlos übertrieben, aber irgendwie muss ich ja Leser ködern ;)

Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt Abrufdatum: 22.10.2010


  • Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes
    © cabriokatha 2010, jarrah is the theme
    Jarrah theme by Templates Next | Powered by WordPress