Gerade rechtzeitig zu meinem 500sten Tag habe ich endlich mal wieder einen Artikel für Euch, der auch ma,l wieder ein wenig länger ist und den richtigen und erfolgreichen Weg zum Nichtraucher skizziert. Viel Spaß damit!
Wenn man mit dem Rauchen aufhören will, lauern viele Fallstricke und Schwierigkeiten auf einen. Hat man den Entschluss gefasst, den Glimmstängel an den Nagel zu hängen, stellt man sich zwangsläufig die Frage, wie man es am besten anstellt, sodass das Vorhaben auch gelingt. Im Folgenden werde ich Euch eine Art Checkliste mit Tipps darbieten, an der Ihr Euch entlang hangeln könnt.
Den einen fällt es leicht, dem anderen unheimlich schwer. Wie kommt das? Und was kann ich tun, damit ich zu ersteren gehöre?
Zunächst möchte ich das „Klick“ näher definieren. Ich verstehe darunter, dass man psychisch, geistig, metaphysisch mit dem Rauchen abgeschlossen hat. Man muss nicht mehr kämpfen, nicht mehr dauernd an Zigaretten denken oder andere Raucher darum beneiden, dass sie rauchen. Man giert weder körperlich noch psychisch nach Zigaretten.
Beim meinem allerersten Versuch 1999 musste ich viel und über lange Zeit Willensstärke beweisen. Jeder Tag, vor allem jeder Morgen (Kippen und Kaffee/Tee) und jeder Abend (vor dem Fernseher) fielen mir schwer. In meinem Elternhaus wurde schon seit ich denken kann geraucht. Und somit war ich schon immer auch Passivraucher. Und wenn man selbst als aktiver anfängt und in einem Raucherhaushalt aufhören will, dann ist das mitunter verdammt brutal. Ständig hat jemand anderes eine Fluppe im Mund. Wenn man nun nicht vollkommen überzeugt ist, es
- Zu schaffen und
- es wirklich 100% zu wollen,
dann kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem man sich eine schnorrt (sich eine Zigarette von jemandem leihen) oder gleich an den Automaten oder in einen Laden geht und sich eine Packung kauft. Hat man nun den ersten Zug getan ist es noch nicht verloren. Die meisten müssen kräftig husten. Fragt man Ex-Raucher nach der Rückfall-Zigarette und insbesondere nach der ersten Inhalation fragt, werden sie einem mehr oder weniger alle das gleiche sagen: “Es hat nicht geschmeckt!”. Deswegen fällt es einem genau zu dem Zeitpunkt abe reigentlich nicht schwer, dem ganzen wieder zu entsagen. Doch die vielen Rückfälligen machen einen fatalen Fehler: den nächsten Zug und noch einen und so weiter, bis die Zigarette aufgeraucht ist. Sobald man also zum zweiten Zug ansetzt ist es vorbei. Man hängt wieder voll drin, voll an der Zigarette.
Ihr seht, dass es allein mit dem Willen nicht getan ist. Man muss stark sein. Man muss „Nein“ sagen können. Aber meine Erfahrung ist, und ich kenne verdammt viele Raucher, dass diejenigen, die es nur mit Willenskraft versuchen, scheitern. Ist so…
Viel leichter geht es, wenn es „Klick“ macht. Bei mir war es so, als hätte sich ein Schalter umgelegt. Die ersten beiden oder drei Tage habe ich es nur gewollt. Und es war hart, sehr hart, eben weil die Leute in meiner ganz nahen Umgebung rauchen und ich eigentlich immer noch an jedem Tag Passivrauch ausgesetzt bin.
Aber wie schaffe ich es zum „Klick“??? Bei mir war es das Buch „Endlich Nichtraucher“ von Alan Carr, das die ersten Zweifel zerstreute und vor allem DIESER BLOG hier. Das Buch legte den Grundstein, es überzeugte mich, dass ich auf einem richtigen Weg bin. Die Recherchen zu meinen Artikeln jedoch haben diese Haltung mehr als gefestigt. Ich war fortan nicht nur überzeugt, sondern auch ohne jeden Zweifel, dass es die richtige Entscheidung ist und ich es schaffen werde. Das wollte ich meinem Körper nicht länger antun. Es hatte “Klick” gemacht.
Nun habe ich schon vielen „Ich möchte eigentlich gerne aufhören“ zu erklären versucht, wie man aufhört. Am Anfang steht der Wille. Kein „möchte“ oder „würde“ oder „könnte“. Ihr müsst aus dem Konjunktiv den Imperativ machen:
„Ich will aufhören!“
„Ich werde aufhören!“
„Ich kann aufhören!“
Das ist zwar vielleicht ein kleinlicher, aber meines Erachtens äußerst wichtiger Schritt. Ihr müsst es wollen und Ihr müsst davon überzeugt sein, es zu schaffen. Allein die konjunktivische Aussage zeugt schon davon, dass Ihr Euch nicht sicher seid. Aber diese Sicherheit braucht Ihr. Ohne sie geht es nicht und Euer Vorhaben wird scheitern.
Wenn Ihr diesen Schritt getan habt, dann seid Ihr schon auf einem guten Weg. Nun heißt es, sich einen Schlachtplan zu erstellen und die darin aufgenommenen Ziele in die Tat umzusetzen. Hier ein paar Tipps, wie der Plan aussehen könnte:
- Schritt: Gründe aufschreibenMacht Euch eine Liste, in der Ihr Euch Eure Argumente für das Nichtrauchen darlegt. Ihr könnt das in Form einer Liste mit Stichworten machen oder ausformuliert. Hauptsache Ihr schreibt es so, dass Ihr es auch noch in ein paar Tagen/Wochen lesen und verstehen könnt. Zum Beispiel:„Ich will wegen meiner Gesundheit aufhören. Der ständige Raucherhusten macht mich fertig.“„Ich will aufhören, um mir endlich das Sportcoupé leisten zu können. Das geht aber nur, wenn ich das Geld für die Zigaretten sparen kann.“
Natürlich könnt Ihr es auch als eine Pro-Contra-Aufstellung machen. Ihr solltet Euch nur über Eure Motive klar werden und diese am besten mit Zielen (z.B. das neue Sportcoupé oder die Gesundheit) verknüpfen.
2. Schritt: Datum festlegen und es durchziehen.
- Schritt: Datum festlegen und es durchziehen
Ihr kennt Sprüche wie diese sicher: „Ich höre demnächst auf…“ oder „Bald steck ich es…“ So schön es auch ist, dass man sich gedanklich mit dem Aufhören beschäftigt, es ist aber nichts wert, wenn man sich nicht klar sagt, wann man es denn bei dieser Aussage belässt. Irgendwann müsst Ihr Euch für einen Zeitpunkt entscheiden, an dem Ihr es in die Tat umsetzen wollt.
Beispiel: Ihr sagt zwar „Ich fahre im Sommer in Urlaub…“ aber irgendwann konkretisiert Ihr diese Aussage. „Wir fahren am 13.August nach Italien…“.Habt Ihr das nun gemacht und Eure ersten Nichtraucher-Tage hinter Euch, gibt es im Internet zahlreiche Programme, die Euch ausrechnen können, wie viele Tage Ihr geschafft, wie viele Zigaretten Ihr nicht geraucht und wie viel Teer und Nikotin Ihr nicht aufgenommen habt. Solche Applikationen gibt es für den Computer und natürlich auch für Smartphones. Sie können zu einer Motivationsquelle werden, wenn ihr mal schwach werden könntet.- SWR3Rauchfrei: Von mir selbst getestet und für gut befunden, es ist kostenlos und für PC
- Stop Smoking in Five Days: Ich habe mir nur die Beschreibung im Internet durchgelesen, es hört sich aber recht gut an, 7,99€, für iPhone
- RaucherDoku: Diese App richtet sich an Raucher UND Nichtraucher. Die rauchenden Gesellen können mit dem Programm Ihr Rauchverhalten analysieren und die bekehrten sehen, wie viel sie gespart haben usw. kostenlos, für iPhone
Für andere Smartphones gibt es sicherlich auch Apps. Da müsst Ihr einfach mal schauen.
Weitere Programme und auch das SWR3 Rauchfrei für den PC habe ich schon mal in einem anderen Artikel vorgestellt. Dort könnt Ihr sie auch downloaden: Rauchstopp-Hilfen - Schritt: Gefahren bewusst machenBeschäftigt Euch mit dem Rauchen. Damit, was es im Körper anrichtet. Damit, was es Eurer Gesundheit und Eurem Geldbeutel antut. Über legt Euch, warum Ihr geraucht habt. Ihr könnt auch eine Art Tagebuch anfangen, in dem Ihr für jeden Tag einen Grund aufschreibt, warum Ihr es sein lassen wollt. Benutzt starke Worte und starke Bilder. Das Rauchen sitzt – je nach dem wie lange die Zigaretten Eure Leben begleitet haben – ziemlich tief in Euch. Es sind zahlreiche Handgriffe, die Ihr aus dem FF könnt und es sind vor allem die Gewohnheitszigaretten, die Euch gefährlich werden können: Die zum morgendlichen Kaffee, die nach dem Mittagessen oder die „Zigarette danach“. Jede für sich allein kann Euch das Genick brechen, wenn Ihr Euch die Gefahren nicht bewusst macht.
- Schritt: Raucherutensilien entfernenJa, allein mit der Entsorgung von den letzten Zigaretten und dem Aschenbecher ist es nicht getan. Ihr solltet auch die meisten Eurer Feuerzeuge aus Eurem Blickfeld verschwinden lassen bzw. wegwerfen, da diese Euch gerade in den ersten Wochen oder Monaten an das Rauchen erinnern könnten. Wenn Ihr das nicht tut, macht Ihr Euch das Aufhören unnötig schwerer.
- Schritt: Informiert Euer UmfeldDas ist auch ein essentieller Schritt. Wenn Euer Umfeld Bescheid weiß, kann es Rücksicht nehmen oder Euch sogar unterstützen. Das kann zum Beispiel so geschehen, dass sie Euch in einem schwachen Moment keine Zigarette leihen oder Euch gut zusprechen. Und setzt nicht nur Eure Freunde und die Leute, die Ihr in Eurer Freizeit trefft, ins Bild. Ihr solltet es auch Euren Kollegen erzählen. Denn bekanntlich verbringt man sehr viel Zeit auf der Arbeit.Ihr sichert Euch damit nicht nur deren Support, es hat noch einen zweiten Grund, warum Ihr es nicht für Euch behalten solltet: Es kann Euch vor einem Rückfall bewahren. Rein psychologisch, denn Ihr wollt ja nicht als „Loser“ vor Euren Freunden und Kollegen dastehen. Dass Ihr sie in Kenntnis gesetzt habt, übt einen gewissen Druck auf Euch aus, sodass Ihr Euch in einer brenzligen Situation, in der Ihr kurz davor seid, zur Kippe zu greifen, nicht nur vor Euch selbst zu rechtfertigen versucht, sondern Ihr überlegt Euch aus, was die anderen dann wohl von Euch halten.
- Schritt: Kontaktiert GleichgesinnteTauscht Euch mit Leuten aus, die das Gleiche durchmachen oder es schon hinter sich haben. Sie können Euch eventuell wertvolle Tipps geben und Euch in Eurem Vorhaben unterstützen. Auch wenn Ihr am zweifeln seid, lohnt es sich mit Menschen zu reden, die wissen, was da in einem vor sich geht. Freilich könnt Ihr auch mit Euren Lieben reden, wenn es denn Nichtraucher sind. Denn Raucher braucht Ihr mit sowas nicht behelligen. Da kann es durchaus passieren, dass die einem – genervt von dem Gejammer - ne Kippe in den Mund stecken und sagen: „Rauch oder sei still!“. Also sucht Euch lieber Personen, die Euch wenigstens in Eurem Vorhaben bestärken können.
- Schritt: Rauchern und Orte, an denen geraucht wird fernbleibenIhr sollt Euch nun nicht von Rauchern abkapseln, aber versucht nicht allzu häufig in Situationen zu kommen, in denen geraucht wird. Denn das kann die Lust auf eine Zigarette derart steigern, dass es zu einer echten Qual werden kann, standhaft zu bleiben. Das solltet Ihr vor allem in den ersten paar Wochen beherzigen. Wenn der körperliche Entzug, den es in der Tat gibt, der aber sehr schwach ist (viele der leichten Symptome werden durch „sich reinsteigern“ verstärkt), vorbei ist, dann könnt Ihr auch langsam wieder zu Euren alten Gewohnheiten (natürlich außer dem Rauchen) zurückkehren und müsst die Orte und Personen nicht mehr so strikt meiden.
- Schritt: Belohnt EuchSchulterklopfen ist erlaubt und sogar gewünscht. Ihr seid dabei, etwas Großes zu leisten und das dürft Ihr Euch selbst auch eingestehen und anerkennen. Macht Euch kleine Geschenke, wie zum Beispiel einen Strauß Blumen oder die Handtasche, die Ihr schon lange im Auge hattet. Vielleicht auch eine Karte zu einem Autorennen oder so etwas. Schenkt Euch Prämien, das hält die Motivation hoch. Und Selbstlob ist in diesem Fall nicht nur erlaubt, sondern erwünscht!
Diese Tippsammlung erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll Euch lediglich Anregungen geben.
Wenn Ihr mal zweifelt, dann zaubert die Liste aus Schritt 1 oder 3 aus der Westentasche. Macht Euch die Gründe wieder bewusst und setzt Euch damit auseinander, weshalb Ihr nun schwankt und zu kippen droht (tolle Wortspiel;-) gell?). Denkt auch daran, wie weit Ihr bisher gekommen seid und wie viele Tage Ihr schon rauchfrei seid.
Ich sage nicht, dass es einfach ist, mit dem Rauchen aufzuhören, aber es ist machbar. Mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung werdet Ihr es schaffen. Glaubt an Euch selbst und haltet Euer Ziel jederzeit im Auge und im Bewusstsein!
Auch zu diesem Thema