Lange musstet Ihr warten. Ich hoffe Ihr seid mir dennoch treu geblieben. Ich hatte in den Semesterferien sehr viel zu tun und jetzt, da das Semester schon wieder mittendrin ist und ich die erste Klausur geschrieben habe, nehme ich mir endlich wieder mal Zeit einen Artikel zu verfassen. Er dreht sich um das Thema ‘Auswirkungen des Rauchens auf unsere Gehirne’.
Also steigen wir direkt ein:
Kurzzeitiges Passivrauchen kann süchtig machen
Forscher des US-National Institute on Drug Abuse in Bethesda (NIDA) haben untersucht, inwieweit sich das Passivrauchen auf das Gehirn auswirkt und herausgefunden, dass selbst der kurzzeitige (unfreiwillige) Konsum – also Passivrauchen - süchtig machen kann. Die Studie betrachtete 2 Gruppen (24 Teilnehmer): eine, die 1h lang frischer Luft ausgesetzt waren und eine zweite, die Zigarettenrauch exponiert waren. Das Passivrauchen wurde in einem Auto durchgeführt. verabreichte man beiden einen Tracer (Indikator). Der überwindet die Blut-Hirn-Schranke und besetzt im Gehirn Rezeptoren, nämlich die Nikotin-Rezeptoren. Man scannte die Personen dann in einem Positronen-Emissions-Tomographen (PET). Dabei haben sie festgestellt, dass dieser Stoff bei den Passivrauchern nur in geringerer Konzentration vorhanden war, was daran liegt, dass das Nikotin selbst die Rezeptoren besetzt hatte. Unter den Probanden waren auch Raucher. Sie bestätigten am Ende ein vermehrtes Verlangen nach Nikotin, was vermutlich durch die zusätzliche Besetzung mit dem Tracer in Verbindung steht.
Raucher haben weniger ‘graue Zellen’
Das führt dazu, dass man das Passivrauchen quasi als Risikofaktor betrachten kann, der die Gefahr selbst ein Raucher zu werden und zur Zigarette zu greifen, erhöhen kann. Freilich konnten die Forscher nicht mit Sicherheit ausschließen, dass hierbei nicht auch andere Faktoren, wie z.B. familiäre Disposition, eine Rolle spielen.
In einer weiteren und älteren Studie der Berliner Charité wurde festgestellt, dass Raucher ein kleineres Gehirn haben. Genauer gesagt ist die Großhirnrinde – der präfrontale Cortex – betroffen. Ich habe bereit schon mal über diese Studie berichtet: 220 Tage: Macht Rauchen dumm?. Ich werde es Euch aber noch einmal kurz zusammenfassen:
Forscher der Berliner Charité und Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) untersuchten die Dicke des Kortex mittels eines Magnetresonanztomographen (MRT) bei 22 Rauchern und 21 Nichtrauchern. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der mediale orbitofrontale Kortex bei den Rauchern dünner ist, als bei der Vergleichsgruppe, die niemals geraucht hat. Ob nun das Rauchen für die Schrumpfung verantwortlich ist, oder ob Menschen mit einem kleineren medialen orbitofrontalen Kortex häufiger zur Zigarette greifen, kann gesagt werden. Damit Ihr seht, um welchen Bereich es sich handelt, hier ein Bild dazu:
Die komplette Studie könnt Ihr hier nachlesen: Archives of General Psychiatry (2011; doi: 10.1001/archgenpsychiatry.2011.51) (Quelle: Ärzteblatt)
Diese Ergebnisse, dass die Hirnrinde bei Rauchern verringert ist, wurden jedoch nun in einer weiteren Studie bestätigt. Dieser Gehirnbereich ist übrigens u.a. für das Treffen von Entscheidungen und der Impulskontrolle verantwortlich.
Der an der Studie beteiligte Professor Gallinat sagte zum weiteren Verlauf:
“Zunächst planen wir eine Studie, um herauszufinden, ob sich die Hirnstruktur von Rauchern wieder normalisieren kann, wenn sie mit dem Rauchen aufhören oder ob die Veränderungen dauerhaft sind.”
Quelle: BMBF und Diabetes-Ratgeber
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